Blockgelände in der Femundsmarka.Blockgelände in der Femundsmarka.

Femundsmarka

Die Femundsmarka bietet Ihnen spannende Erlebnisse zwischen krummen Riesenkiefern und kleinen Seen in umfangreichen Felsenlandschaften. Vor 10 000 Jahren schmolz das Inlandeis und hinterließ eine öde, urzeitähnliche Toteislandschaft. Eine Landschaft, die sich seither kaum verändert hat.

Im Zorn schuf Gott die Femundsmarka

Es gibt Leute, die meinen: „Gott schuf die Femundsmarka im Zorn. Aber als er das Ergebnis sah, füllte er die meisten Löcher mit Wasser, um den Schaden zu beseitigen.“ Wissenschaftler sehen die eigenartige Landschaft als ein Werk des Inlandeises. Wie auch immer: Die Femundsmarka beflügelt die Phantasie.

Die Rogenmoräne – schwer zu erklären, leicht zu erkennen

Die Rogenmoräne ist eine Ablagerung des Inlandeises, deren Entstehung die Forscher seit über hundert Jahren zu erklären versuchen. Entsprechend der jüngsten Theorie entstanden solche Rücken unter dem Inlandeis, als die Eismasse beim Vorwärtsrutschen zeitweise auf einer Unterlage aus Gesteinsschutt festfror.

Das Phänomen der Rogenmoränen mag schwer zu erklären sein, für Sie als Wanderer sind die Gesteinsschuttrücken in der Landschaft aber leicht merklich. Wenn Sie quer zu den Moränen laufen, werden Sie das schnell in den Beinen spüren. Auf den Kämmen kommt man dafür umso besser vorwärts.

Rogenmoränengebiete sind auf der Landkarte als Bänder mit länglichen Seen zu sehen, die durch schmale Rücken voneinander abgegrenzt werden. Besonders deutlich zu erkennen ist dies um Røvola, Grøtådalen und Vonsjøen, aber auch zwischen den Seen Övre Roasten und Rogen.

Für Abenteurer und Familien

Viele verbinden die Femundsmarka mit Draufgängern, die nach Herausforderungen in der Wildnis suchen. Natürlich werden denjenigen, die sich auf eine längere Tour begeben, hier spannende Erlebnisse geboten. Aber die Femundsmarka lockt auch Schulklassen und Familien zum Outdoor-Leben. Viele nehmen das Schiff nach Røa, mitten hinein ins Abenteuerland. Knorrige Bäume, plätschernde Wasserläufe und kletterfreundliche Felsblöcke halten Kinder wie Erwachsene lange beschäftigt.

Karge Berge und glitzernde Gewässer

Den südlichen Teil der Femundsmarka dominieren steinige und felsige Berge. Elgåhogna, Store Svuku und Grøtåhogna sind einige der höheren Erhebungen. Ganz im Norden thront der Storvigelen, der mit 1 561 Metern über dem Meeresspiegel höchste Berg in der Femundsmarka. In den bewaldeten Tälern gibt es unzählige Seelein, Wasserläufe und mit Waldkiefern bestandene Moränenrücken.

Erwartungsvolle Angler und zappelnde Fische

Die vielen Gewässer der Femundmarka locken Freunde des Angelsports an. Hier können Sie Ihr Glück beim Fliegenfischen und beim Angeln mit Spinner probieren. Vielleicht finden Sie Ihren persönlichen Lieblingssee? In den Seen Revsjøen und Styggsjøene dominieren Äsche, Flussbarsch und Hecht. In den Flüssen Grøtåa, Mugga und Røa sowie im See Rogen gibt es auch viele Forellen.

Im Winter können Sie auf  Saibling eisfischen. Die besten Gewässer zum Eisfischen sind die des Røvolfjellet, die Seen Revlingsjøene und Rønsjøen sowie einige kleinere Gewässer von Engerdal.

Vor allem magere Böden

Die Flora der Femundsmarka ist zweifellos mager, und die Wanderwege sind vor allem von Sträuchern wie Schwarze Krähenbeere, Blaubeere, Besenheide und Alpenheide gesäumt. Aber es gibt ein paar Ausnahmen: Bei Røvollen liegen nährstoffreiche Moore mit Orchideen und seltenen Riedgräsern. Hier wachsen – und zwar mitten im Bergbirkenwald – auch Traubenkirschen. Grøtådalen und Muggsjølia sind zwei weitere Oasen mit reicherer Vegetation.

Svarthamran ist ein nach Süden hin ausgerichteter Berg mit einer artenreichen Flora unterhalb des Elgåhogna-Hanges. Auf dem Store Svuku wächst Krauser Rollfarn und am Ufer des Femunden kommt Karlszepter vor.

Auf den Spuren der Flößer und Köhler

„Bua“-Hütten sind Überreste aus der Zeit, in der Waldarbeiter sowie Flößer und Triftknechte Holz zum Kupferbergwerk Røros kobberverk transportierten. Heute bieten sie Ihnen, sofern sie unverschlossen sind, vorübergehenden Schutz bei schlechtem Wetter. Aber gehen Sie bitte sparsam mit dem Brennholz um und rechnen Sie nicht damit, jede Nacht in einer solchen Hütte schlafen zu können.

Einst schwelten fast überall in den Wäldern der Femundsmarka Kohlenmeiler. Man stellte riesige Mengen Kohle her, die später zum Schmelzen von Erz und zur Veredelung von Kupfer im Kupferbergwerk von Røros verwendet wurden. Kohle hat den Vorteil, dass sie beim Verbrennen höhere Temperaturen erreicht als Holz.

Aufmerksame Wanderer können am Wanderweg beim Fluss Røa Überreste alter Kohlenmeiler und Köhlerhütten entdecken. Bei Vassvikstjønna wird ein Meiler gepflegt, der nie in Brand gesetzt wurde.

Im Reich des Braunbärs und des Steinadlers

In der Femundsmarka lebt sowohl Braunbär als auch Vielfraß, und manchmal wandern auch Luchs und Wolf durch das Gebiet. Steinadler und Gerfalke brüten jedes Jahr hier, und der Fischadler ist mit mehreren Paaren vertreten. Andere Vögel der Femundsmarka sind der Prachttaucher und der Sterntaucher. Häufige Entenvögel sind Schellente und Krickente.

Urzeittiere an der Grenze

Im Norden der Femundsmarka bei Mugga und Skedbrofjellet lebt eine kleine Moschusochsenherde. Im Winter ziehen die Tiere etwas weiter nach Osten auf die schwedische Seite.

Wenn Sie einen Moschusochsen sehen, bleiben Sie bitte ruhig und halten Sie einen Abstand von mindestens 200 Metern ein. Es geht um Ihre Sicherheit und um die des Tieres! Im Falle dass der Moschusochse sich bedroht fühlt, kann er zum Angriff übergehen. Wenn eine trächtige Moschusochsenkuh erschreckt wird und flieht, besteht das Risiko einer Fehlgeburt.

Rentierweideland

Der südliche Teil der Femundsmarka in der Provinz Hedmark gehört zum Rentierweidedistrikt Elgå. Es handelt sich um ganzjährig genutztes Weideland für Rene, die der Rentierzuchtvereinigung Svahken Sijte gehören. Der nördliche Teil der Femundsmarka in der Provinz Sør-Trondelag gehört zum Rentierweidedistrikt Femund reinbeitedistrikt. Hier handelt es sich um Winterweideland für die Rentiere der Rentierzuchtvereinigungen Saanti Sijte und Gåebrien Sijte.

Zwei Nationalparkzentren

Die Femundsmarka hat zwei Nationalparkzentren. Ein Zentrum liegt in Røros im Haus Stenhuset beim Freiluftpark Doktortjønna. Hier finden Sie eine Ausstellung und anderes Informationsmaterial über Nationalparks im Allgemeinen und die Gebirgsregion Femundsmarka im Besonderen. Der Freiluftpark ist speziell auf Familien ausgerichtet.

Das zweite Nationalparkszentrum liegt in Elgå südlich des Nationalparks Femundsmarka. In einem schönen neuen Gebäude erwarten Sie Ausstellungen und Informationen über die Femundsmarka und den Nationalpark Gutulia.

Femundsmarka - Klicken Sie auf die Karte, um eine vergrößerte Ansicht zu sehen (öffnet sich in einem neuen Fenster)

 

Rogenmoränenlandschaft.Rogenmoränenlandschaft.

Wasser fasziniert!Wasser fasziniert!

Gipfel des Stor-Svuku.Gipfel des Stor-Svuku.

Forellenfang.Forellenfang.

Blühende Traubenkirsche bei Häggrøsta.Blühende Traubenkirsche bei Häggrøsta.

Blick aus einer „bua“-Hütte.Blick aus einer „bua“-Hütte.

Fischadler.Fischadler.

Rentier in der Femundsmarka.Rentier in der Femundsmarka.

Fotos: Naturcentrum AB.

Links

Anders Gilljam »

Norwegisches Direktorat für Naturverwaltung »

Doktortjønna »

Femund-Engerdal »

Nationalparkzentrum Femundsmarka »

 

Buchtipps

Lauritzen, P. R. & Vangen, O. 2007: Femundsmarka och Gutulia. Norges Nasjonalparker. Den Norske Turistforening og Statens naturoppsyn/Direktoratet for naturforvaltning.

Myhr, E. (red.) 1998: Rondane og Femundsmarka med tilgrensende fjellstrøk. Gyldendals fjellguider.

Monsen, L. & Strømdahl, T. 2009: Femunden Villmark. Larsforlaget.

Åsheim, S. P. (red.) 1987: Femundsmarka og omkringliggende fjellstrøk. Den Norske turistforenings årbok.

Besucher dürfen:

  • sich zu Fuß und auf Skiern fortbewegen.
  • häufige Pflanzen, Beeren und Pilze für den eigenen Gebrauch sammeln.
  • zelten, aber ohne Erlaubnis des Regierungspräsidenten nicht länger als eine Woche an derselben Stelle.
  • entsprechend den geltenden Regeln fischen.
  • behutsam mit trockenen Zweigen oder mitgebrachtem Feuerholz Feuer machen. Aber denken Sie bitte an das generelle Feuerverbot in norwegischen Waldgebieten vom 15.4. bis 15.9.

Besucher dürfen nicht:

  • Böden, Steine oder Vegetation schädigen.
  • Lebende oder tote Bäume oder umgefallene Baumstämme schädigen.
  • die Tierwelt stören.
  • die Natur verschmutzen und Abfälle liegen lassen.
  • Kulturdenkmäler beschädigen.
  • Kraftfahrzeuge oder Rad fahren oder reiten.
  • motorbetriebene Eisbohrer verwenden.
  • länger als eine Woche an derselben Stelle zelten.
  • auf Inseln sein Lager aufschlagen.

Die vollständigen Vorschriften finden Sie hier »

Es müssen auch andere Gesetze und Regeln beachtet werden. Weitere Informationen finden Sie hier »

Zweck der Unterschutzs-tellung ist es

  • eine große, zusammenhängende und weitgehend unberührte Wald- und Gebirgsgegend zu erhalten.
  • Landschaftsformen mit unter anderem der charakteristischen Toteislandschaft mit Felsenmeerflächen, Moränenrücken, Seen und Wassersystemen zu erhalten.
  • die natürliche biologische Vielfalt mit einer einzigartigen Flora und Fauna zu erhalten.

Kurzfakten

Gründungsjahr: 1971. Erweiterungsjahr: 2003.
Name: Nationalpark Femundsmarka.
Fläche: 573 Quadratkilometer.
Gemeinden: Røros und Engerdal.
Provinzen: Hedmark, Sør-Trøndelag.
Grundeigentumsverhält-nisse: Hauptsächlich staatlicher, aber auch privater Grund.
Gebietsverwaltung: Regierungspräsident der Provinz Hedmark und Regierungspräsident der Provinz Sør-Trøndelag.
Aufsicht Sicherheitsvorschiften: Norwegische Naturaufsichtsbehörde.