Blick über die Landschaft bei Storrödtjärn. Foto: Naturcentrum AB.Blick über die Landschaft bei Storrödtjärn. Foto: Naturcentrum AB.

Långfjället

Das Naturschutzgebiet Långfjället macht seinem Namen alle Ehre. Hier müssen Sie tagelang wandern, um an die isoliertesten Stellen zu gelangen. Aber nicht alle Fjellmassive sind schwer zu erreichen. Långfjället hat also für jeden etwas zu bieten – für Bergwanderer ebenso wie für Skiläufer, Sportangler, ornithologisch Interessierte, Pflanzenfreunde und Frischluftfanatiker ohne besondere „Spezialisierung“.

Von der idyllischen Gebirgswelt in die raue Wildnis

Die meisten gelangen vom See Grövelsjön aus in das Naturschutzgebiet Långfjället. Hier schenken die langen, offenen Berghänge um den See fast ein Gefühl der Geborgenheit. Machen Sie eine Tageswanderung in Linnés Fußstapfen nach Norwegen oder unternehmen Sie eine längere Tour zu weniger bekannten und abgelegeneren Orten!

Wandern, Ski laufen und Angeln

Wanderer und Skiläufer erwartet ein riesiges Tourenangebot. Am See Grövelsjön beginnen leichte Wege von kurzer Länge, so zum Beispiel der Linnéstigen oder die Strecke nach Silverfallet. Der Pfad Trollstigen ist eigens für Kinderbeine konzipiert. Wer sich größeren Herausforderungen stellen will, kann nach Norwegen wandern oder dem Fernwanderweg Södra Kungsleden über Långfjället und weiter Richtung Härjedalen und Naturschutzgebiet Rogen folgen.

Der See Hävlingen mit seinen vielen Saiblingen ist bei Sportanglern sehr beliebt. Der Fluss Storån ist berühmt für seine Möglichkeiten zum Fliegenfischen auf die Forelle.

Übernachtungen können in Hävlingestugorna gebucht werden, wo die Provinzialregierung Dalarna im Vorfrühling und Sommer einen Hüttenwart stationiert. Es gibt auch eine Wanderhütte mit 8 Betten, die ganzjährig geöffnet ist. Der Schwedische Touristenverein (STF) hat ein Häuschen am See Storrödtjärn, und über den Hüttenwart in Hävlingen können weitere Häuschen gebucht werden.

Besteigen Sie den höchsten Berg Svealands

Von der Berghütte Grövelsjöns fjällstation aus wandert man 10 Kilometer bis zum Gipfel des Berges Storvätteshågna, der 1 204 Meter über den Meeresspiegel ragt. Der samische Name lautet Gealta, was „Gipfel“ bedeutet. Hier befindet man sich an der höchsten Stelle des schwedischen Landesteils Svealand und hat eine phantastische Aussicht über den See Grövelsjön, das Tal Töfsingdalen und die Berge Norwegens.

Flora und Fauna

Niedrige Sträucher wie Krautweide, Schwarze Krähenbeere und Besenheide kennzeichnen die Gebirgsheide. In den Bachtälern ist die Vegetation etwas reicher; im Tal des Stora Olån zum Beispiel leuchtet das gelbe Zweiblütige Veilchen. Auf den offenen Heiden ist der wehmütige Ruf des Goldregenpfeifers zu hören; der Steinschmätzer führt seine ruckartigen Knickse vor. Im Kiefernwald begegnen Sie dem zwitschernden und zutraulichen Unglückshäher, der darauf hofft, dass von Ihrem Proviant etwas für ihn abfällt.

Viele Typen von altbestehendem Wald

In den Tälern wandern Sie durch üppige Birkenwälder und altbestehende Fichtenwälder. Weiter oben auf den trockenen, steinigen Bergflanken wachsen grobrindige Waldkiefern. Wenn Waldkiefern eine grobe Rinde, einen gewundenen Stamm und eine flache Baumkrone haben, sind sie mehrere hundert Jahre alt. Und eine kleine, strauchartige Gemeine Fichte an der Baumgrenze kann sogar mehrere tausend Jahre alt sein. Aber hierüber erfahren Sie mehr auf den Seiten über uralte Fichten.

Linnés scharfer Blick

1734 passierte Carl von Linné auf seiner Reise durch Dalarna das Gebiet des Grövelsjöfjells. Aufmerksam wie er war, bemerkte er auch die alten Uferlinien an den Berghängen. Diese waren in einer Zeit entstanden, in der der Grövelsjön viel größer war als heute. Linné beschrieb ebenso die alten samischen Wohnplätze und die Lager, in denen gefangene wilde Falken für die Jagd trainiert wurden. Der Pfad, den Linné zum Salsfjället hinauf nahm, ist heute ein beliebter Wanderweg, an dem Sie Quizfragen über Linné und die Gebirgswelt finden.

Das eigenartige Juttulslätten-Gebiet

Im abgelegensten östlichen Teil des Naturschutzgebietes, in den sich nur wenige Besucher begeben, liegt das flache Juttulslätten-Gebiet. Moore, Seen und eine licht mit Bäumen bestandene Gebirgsheide machen die Weiten aus. Die Landschaft ist von sonderbaren Landformen geprägt, die in verschiedenen Eiszeiten entstanden sind.

Almleben

Eine der alten Almhütten des Gränslandet ist Valdalsbygget an der norwegischen Grenze. Im Zweiten Weltkrieg diente sie als Koordinationszentrale für die norwegisch-schwedische Widerstandsbewegung; noch heute ist zu sehen, was die Angehörigen der Grenzpatrouillen in die Wände des Wohnhauses ritzten.

Heute ist der Hof im Eigentum der Schwedischen Grundstücksverwaltung und wird Pächtern zur Nutzung überlassen, die die Alm auf traditionelle Weise bewirtschaften. Kühe und Ziegen weiden frei im Wald, und die Pächter bewirten ihre Gäste mit eigenen Produkten. Hier findet man auch eine ganzjährig geöffnete Rasthütte.

Samische Kulturlandschaft

In diesem Gebiet leben schon seit Langem Samen. Die Flächen im Naturschutzgebiet Långfjället dienen als Abkalbeland und als Sommerweide für die Tiere der Rentierzuchtvereinigung Idre sameby. Mit 4 Betriebseinheiten und 13 Züchtern ist sie eine der kleinsten Rentierzuchtvereinigungen Schwedens.

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Schöner Saiblingfang am See Hävlingen. Foto: Naturcentrum AB.Schöner Saiblingfang am See Hävlingen. Foto: Naturcentrum AB.

Die höchste Erhebung von Svealand! Foto: Marcus Elmerstad.Die höchste Erhebung von Svealand! Foto: Marcus Elmerstad.

Der Unglückshäher ist auf Ihren Proviant aus. Foto: Marcus Elmerstad.Der Unglückshäher ist auf Ihren Proviant aus. Foto: Marcus Elmerstad.

Dürrständer in altbestehendem Wald. Foto: Naturcentrum AB.Dürrständer in altbestehendem Wald. Foto: Naturcentrum AB.

Rentierweideland. Foto: Kentaroo Tryman.Rentierweideland. Foto: Kentaroo Tryman.

Besucher dürfen:

  • sich zu Fuß und auf Skiern fortbewegen.
  • häufige Pflanzen, Beeren und Pilze für den eigenen Gebrauch sammeln.
  • vorübergehend im Zelt übernachten. Beachten Sie bitte, dass am See Hävlingen und am Fluss Storån besondere Regeln gelten.
  • entsprechend den geltenden Regeln fischen.
  • auf markierten Schneemobilwegen und auf dem Eis der Seen Grövelsjön und Hävlingen bis höchstens zum ersten Sonntag im Mai Schneemobil fahren.
  • behutsam mit heruntergefallenen Zweigen, mitgebrachtem Feuerholz oder bereitgestelltem Feuerholz Feuer machen. Beachten Sie bitte, dass am See Hävlingen und am Fluss Storån besondere Regeln gelten.

Besucher dürfen nicht:

  • Böden oder geologische Naturgegenstände schädigen.
  • Tiere und Vögel stören, Pflanzen ausgraben oder Flechten und Moose mitnehmen.
  • lebende oder tote Bäume oder umgefallene Baumstämme schädigen.
  • mit Kraftfahrzeugen im Gelände oder auf gesperrten Wegen fahren. Schneemobile dürfen allerdings auf Schneemobilwegen und zugelassenen Seen gefahren werden – siehe Karte »
  • außerhalb ausgewiesener Stellen Wohnwagen oder Fahrzeuge parken.
  • Eisbohrer mit Verbrennungsmotor verwenden.
  • an Steilhängen klettern.
  • außerhalb dafür vorbereiteter Lagerplätze in speziell markierten Bereichen zelten oder Feuer machen
    siehe Karte »

Die vollständigen Vorschriften finden Sie hier »

Es müssen auch andere Gesetze und Regeln beachtet werden. Weitere Informationen finden Sie hier »

Zweck der Unterschutzs-tellung ist es

  • die Ökosysteme und natürlichen Prozesse sowie den unberührten Charakter der Landschaft zu erhalten.
  • Möglichkeiten für Freiluftaktivitäten und wissenschaftliche Untersuchungen in unberührter Natur zu bieten.

Kurzfakten

Gründungsjahr: 1973. Erweiterungsjahr: 1992.
Name: Naturschutzgebiet Långfjället.
Landfläche: 664 Quadratkilometer.
Wasserfläche: 26 Quadratkilometer.
Gemeinde: Älvdalen.
Provinz: Dalarna.
Grundeigentumsverhält-nisse: Privater und staatlicher Grund.
Gebietsverwaltung: Provinzialregierung Dalarna.