Die Streifen sind Uferlinien eines alten Eissees. Foto: Kentaroo Tryman.Die Streifen sind Uferlinien eines alten Eissees. Foto: Kentaroo Tryman.

Die gestreiften Berghänge um

den Grövelsjön

Dass die Berghänge um den See Grövelsjön gestreift sind, entdeckte Carl von Linné bereits 1734. Damals glaubte man, dass man an den Streifen ablesen könne, wie hoch das Wasser während der Sintflut gestanden hatte.

Tatsächlich sind die Streifen Spuren eines großen Eissees, der sich hier vor ungefähr 10 000 Jahren erstreckte. Sie können ihn durchaus Sintflut nennen, aber sein wissenschaftlicher Name ist „Grövelissjön“. Er entstand, als sich Schmelzwasser am Rand des mächtigen Inlandeises staute. Am Seeufer spülten die Wellen Schotter und Sand weg und enthüllten eine steinige Uferlinie.

Als das Inlandeis allmählich schmolz, begann der See zu sinken. Nach und nach entstanden in immer geringerer Höhe neue Uferlinien und die charakteristischen Terrassen, die weit oben an den Berghängen am nördlichen Ende des Grövelsjön zu sehen sind. Die Uferlinien sind von großer wissenschaftlicher Relevanz, helfen sie den Forschern doch zu verstehen, wie sich das Inlandeis der letzte Eiszeit aus dem Gebiet zurückzog. Die speziellen geologischen Eigenschaften waren Anlass für die Gründung des Naturschutzgebietes Grøvelsjøen im Jahr 1989.

Die wissenschaftliche Bezeichnung eines solchen Streifens ist Eisseeuferlinie.

 
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