Einer der restaurierten Holzriesen. Foto: Naturcentrum AB.Einer der restaurierten Holzriesen. Foto: Naturcentrum AB.

Tømmerrenne (Holzriese) – ein

Welterbe

Im Kupferbergwerk Røros kobberverk wurden die Schmelzöfen im 17. und frühen 18. Jahrhundert tagaus, tagein betrieben. Bald hatte das Kupferbergwerk die umliegenden Wälder aufgefressen und verlangte nach Holz aus entfernteren Gebieten.

Neue Wege für Holz...

Im Jahr 1714 begann man, einen Kanal vom Femunden zum Feragen zu bauen, um mehr Holz nach Røros schaffen zu können. Man baute auch so genannte Holzriesen zwischen den Seen Feragen und Store Langtjern sowie zum Lille Langtjern. Der 300 Meter lange Kanal wurde erst 1764 fertig.

Der Kanal und die hölzernen Rinnen waren auch noch lange Zeit im Einsatz, nachdem Røros kobberverk aufgehört hatte, sie zu nutzen: Als das Kupferbergwerk die Schmelzöfen im 19. Jahrhundert mit Steinkohle zu betreiben begann, erschienen die Forstunternehmen auf dem Plan. Der Transportweg war allerdings nicht ganz zuverlässig. Bei niedrigem Wasserstand konnte es passieren, dass das Holz nicht innerhalb einer Saison abtransportiert werden konnte. Die letzten Stämme wurden hier 1973 getriftet. Dann verfielen die Holzriesen. In den 1990er Jahren wurden Kopien der alten Rinnen gebaut.

Zum Verdruss vieler Kanuten sind die Rinnen etwas zu schmal, um das Boot darin zu ziehen. Entlang einiger Riesen wurden aber besondere Bootsbahnen angelegt. Es gibt auch offene „bua“-Hütten, einstige Unterkünfte von Flößern und Triftknechten, die heute Paddlern und Wanderern vorübergehenden Schutz bieten.

… und für Fische

Vor dem Bau des Kanals floss kein Wasser zwischen den Seen Femunden und Feragen. Das Wasser des Femunden rann Richtung Osten nach Schweden, das des Feragen Richtung Westen und zur Glomma, dem größten Wassersystem Norwegens. Doch 1715 wurden Ost und West vereint! Als das Wasser des Femunden zum Feragen zu fließen begann, war das nicht nur von Bedeutung für die Holzbeförderung, sondern auch für die Verbreitung mehrerer Fischarten. Hecht, Flussbarsch, Große Maräne, Äsche, Quappe und Elritze gehören zu einer Gruppe östlicher Fische (auch Femundseefische genannt), die sich nach der Eiszeit in Schweden und im östlichen Norwegen etabliert hat. Als der Holzriese zwischen dem Femunden und Feragen geöffnet wurde, wanderten sie zum See Feragen und zum Fluss Glomma weiter.

Buchtipp

Jäggi, S. & Johansen, T. 1997: Fløtningshistorie i Femundsmarka.

Die Holzriesen...

... sind Teil des UNESCO-Welterbes „Bergbaustadt Røros und Umgebung“. Sie sind nicht für den Kanutransport gedachti!

 
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